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Deutscher Titel: 
Damages - Im Netz der Macht

Wenn man Damages als Anwaltsserie bezeichnet, vermittelt dies wohl eher ein falsches Bild. Bei Anwaltsserien denkt man eher an so etwas wie Petrocelli (nur wenn man alt genug ist, freilich) oder vielleicht auch Law and Order. Jede Folge ein neuer Fall, interessant vor allem die Frage, wie der Schuldige überführt wird, wie das Urteil lautet.

Schon diese Grundvoraussetzung ist bei Damages nicht gegeben, denn es geht in der ganzen Season (13 Folgen) nur um einen einzigen Fall. Hinzu kommt, dass die Serie in der Welt der Zivilprozesse spielt, und hier heißt es: möglichst nicht vor Gericht gehen. Vor Gericht hat man es mit Geschworenen zu tun und das kann ins Auge gehen (siehe z.B. The Verdict). Also ist das Ziel ein außergerichtlicher Vergleich. Jede Seite versucht natürlich, sich da so vorteilhaft wie möglich aus der Affäre zu ziehen. Und manchen ist dabei jedes Mittel recht, ob legal oder illegal. Von dieser Grundvoraussetzung ausgehend gleicht Damages daher eher so einem Film wie The Firm.

Die junge und im Anwaltsberuf noch relativ unerfahrene Ellen (Rose Byrne) erhät ein Jobangebot von der bekanntesten Anwältin New Yorks, Patty Hewes (Glenn Close). Noch bevor sie den Job antritt und wir Patty kennen lernen ist klar, dass es eine Herausforderung wird. Patty wird dann auch gleich als toughe, ehrgeizige und gnadenlose Anwältin eingeführt.
Es wird relativ schnell klar, dass hinter der Einstellung Ellens ein anderes Ziel steht. Patty arbeitet mit ihrem associate Tom (Tate Donovan) an einem der größten Schadensersatzfälle der Geschichte, am Fall Arthur Frobisher (Ted Danson), der durch Aktienbetrug die gesamte Altersversorgung seiner Angestellten verzockt hat. Beide Seiten arbeiten mit Einschüchterung von Zeugen, illegalen Abhörmethoden, Kaufen von Zeugen und schrecken auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück.
Ellen muss auf schmerzliche Weise lernen, dass sie niemandem trauen kann; der einzige wirklich gute Rat, den sie von Patty bekommt. Es gibt nicht die Guten und die Bösen, alles bewegt sich in einer Grauzone. Am Ende ist sie nicht mehr so naiv wie zu Beginn und man hat den Eindruck, dass sie jetzt ähnlich wie Patty verbissen und tough ihr Ziel verfolgen wird. Man kann auf die zweite Season, die leider erst 2009 laufen wird, gespannt sein.

Durch die Bank sind die Schauspieler gut. Absolute spitze sind Glenn Close und Zeljko Ivanek als ihr Gegenspieler Ray Fiske. Rose Byrne kann neben Glenn Close bestehen und auch die zweite Riege, Ted Danson und Tate Donovan liefern gute Performances.
Neben der Geschichte ist auch die Machart interessant. Die gesamte Season ist quasi als Rückblende angelegt und kure Einblendungen aus der erzählten Gegenwart zeigen uns, worauf die Sache am Ende hinauszulaufen droht. Jede Folge bringt uns diesem Ende ein Stück näher. Aber auch hier gilt die Devise von Patty: trust no one, auch nicht den Erzählern.
Wie so viele der heutigen Serien verlangt auch diese die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers. Sie ist nicht darauf angelegt, dass man auch mal die eine oder andere Folge verpassen kann. Vielleicht lief sie deshalb bei uns nicht so besonders gut. Anscheinend kann man das vom deutschen Fernsehpublikum nicht verlangen. Wie gut, dass es zumindest DVD gibt...

Meine Wertung: 
7

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.