Skip to main content

Big Red One, The - The Reconstruction


Samuel Fuller war im Zweiten Weltkrieg in der Infanteriedivison 1. Er hat alles miterlebt, die Invasion und die Befreiung der Konzentrationslager. Diese Erlebnisse haben ihn - wie wohl auch alle anderen - geprägt. In seiner Karriere als Regisseur hat er deshalb öfter den Krieg thematisiert. Mit The Big Red One hat er schließlich seine Erlebnisse verarbeitet. Das Studio war dem Film aber nicht wohlgesonnen. Er wurde gekürzt und verstümmelt, kam nie in der Form zur Aufführung, in der Fuller es beabsichtigt hatte.
Erst 2004 präsentierte Richard Schickel eine rekonstruierte Fassung in Cannes, die den Absichten Fullers in etwa entsprach. Schade, dass Fuller selbst dies nicht mehr erleben konnte. Hätte Schickel nichts anderes getan als nur diesen Film rekonstruiert, hätte er sich schon um die Filmgeschichte hoch verdient gemacht.

Der Film zählt für mich zu den eindrucksvollsten, ehrlichsten und besten Kriegsfilmen, die es gibt. Er ist keine Meditation so wie Terrence Malicks umwerfender The Thin Red Line, kein Rührstück wie Spielbergs Saving Private Ryan, sondern knallhart und gnadenlos und kann sich problemlos mit beiden messen. Trotz seiner Härte hat er eine ganz eigene Poesie, man könnte sie eine Poesie des Grauens nennen. Hier weiß jemand ganz genau, wovon er spricht.

Die DVD Special Edition ist sehr empfehlenswert, denn sie enthält neben dem Film auf einer Bonus Disc eine Dokumentation über die Rekonstruktion und eine etwa einstündige Dokumentation über Sam Fuller (The Man Who Made the Movies), die auf einem Interview basiert, das Schickel mit dem alten Fuller gemacht hat. Allein diese Dokumentation ist schon sehenswert, kann man hier doch die beeindruckende Person Fullers selbst erleben.
Ein rundum gelungenes Stück Arbeit.

Meine Wertung: 
9
DVD: 

The Big Red One bei Amazon

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.