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Some Came Running

Deutscher Titel: 
Verdammt sind sie alle


Ein Melodram wie im Bilderbuch von Vincente Minnelli. Erzählt wird die Geschichte von Dave Hirsh (Frank Sinatra), der mehr oder weniger zufällig in seine Heimatstadt in Philadelphia zurückkehrt. Dave ist ein Autor, der an sich selbst zweifelt und seine Probleme im Alkohol ertränkt. Ihm auf den Fersen ist Ginnie Moorehead (Shirley MacLaine), eine einfache Frau, die zwar wie ein Flittchen lebt, aber total liebenswürdig und geradezu reinen Herzens ist.

Die Rückkehr von Dave setzt Dinge in Bewegung. Sein respektabler Bruder Frank (Arthur Kennedy), der ihn seinerzeit in ein Heim steckte, denkt nur an seinen Ruf, ist aber selbst derjenige, der ihn am meisten zerstört, indem er mit einer Angestellten rummacht. Franks Tochter, die Zeuge dessen wird, versucht zu rebellieren, indem sie einen auf Flittchen macht. Nach einer vernünftigen Diskussion mit Dave entschließt sie sich jedoch, die Stadt zu verlassen.

Dave selbst lässt sich zunächst auf ein lockeres Leben mit dem Spieler Bama Dillert (Dean Martin)ein, lernt dann aber die Lehrerin Gwen French (Martha Hyer) kennen, die sich ihm gegenüber widersprüchlich verhält. Mal gibt sie ihm eindeutige Signale, dann lässt sie ihn wieder abblitzen. Dave verliebt sich, gibt das Trinken auf und will ein normales Leben führen. Doch Gwen lässt ihn endgültig abblitzen. Aus Frust heiratet Dave Ginnie, die ihn wirklich liebt, auch wenn absolut klar ist, dass er sie nicht liebt und ihren Mangel an Intellektualität eher abstoßend findet. Die junge Ehe bekommt jedoch keine Chance sich zu bewähren.

Frieda Grafe hielt den Film für eines der Glanzlichter der fünfziger Jahre und hätte ihm mindestes fünf Oscars gegeben. Wofür hat sie leider nicht geschrieben. Wenn ich mal raten soll, dann sicherlich für das Drehbuch, das vergleichsweise anspruchsvoll und intelligent ist. Dann wohl auch für die Regie, denn Minelli hat wirklich eine Meisterschaft, die ihresgleichen sucht. Die Schlusssequenz ist perfekt inszeniert und voller Suspense. Damit zusammenhängend die Kamera sowie die Ausstattung. Hier wird gezeigt, wie das Cinemascope-Format sinnvoll eingesetzt wird und wie Farben ein tragender Teil der Story sein können. Last but not least: Shirley MacLaine. Sie spielt die Rolle der Ginnie so gut, dass einem schon beim bloßen Gedanken daran wieder die Tränen kommen. Nun ja, nominiert war sie zumindest, musste dann aber Susan Hayward für I Want to Live den Vortritt lassen.

Meine Wertung: 
8
DVD: 

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.