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Deutscher Titel: 
Gran Torino


Nach The Changeling hat Clint Eastwood diesen kleinen Film gemacht, mit einem überschaubaren Budget und begrenzten Mitteln. Man merkt, dass es allen Spaß gemacht hat, auch wenn das Thema doch ein sehr ernsthaftes ist: Tod, Schuld und die Straßengangs, die die "ordentlichen" Mitbürger terrorisieren.

Eastwood selbst spielt die Hauptrolle, Walt Kowalski, einen verbitterten alten Rentner, der keinen Draht zu seinen Kindern und Enkeln hat und mit sich und der Welt abgeschlossen hat und der sich durch die Bemühungen des Priesters nur belästigt fühlt. Ausgerechnet neben diesen rassistischen alten Sack zieht eine Hmong-Familie. Es kommt zu einem Punkt, an dem Walt dem jungen Nachbarn hilft und sich mit einer Straßengang anlegt. Die dankbaren Nachbarn beziehen Walt nun mehr in ihr Leben ein, es entsteht so etwas wie eine Gemeinschaft und alles könnte gut werden, wären da nicht Walts Krankheit und die Straßengangs. Wer allerdings eine erneute Auflage von Dirty Harry erwartet, wird angenehm überrascht sein.

Obwohl der Film gradlinig seine Geschichte erzählt, hat er eine große Tiefe. Das liegt nicht nur an Eastwood, der natürlich sein ganzes Rollenrepertoire mit sich herumschleppt, sondern auch an der Themenvielfalt, die in dieser vermeintlich simplen Story steckt. Da ist die Traumatisierung durch den Krieg, die Beschäftigung mit dem Alter und dem Tod, die Globalisierung, unter der die ehemals blühende amerikanische Autoindustrie leidet, und natürlich das Gangwesen und die Frage, wie man mit der Gewalt umgehen kann.

Natürlich kann man sich darüber aufregen, wie rassistisch die Figuren sind, aber das ist müßig, zumal man Eastwood selbst diesen Vorwurf nun wirklich nicht machen kann. Außerdem ist es erfrischend, in diesen politisch korrekten Zeiten auch mal solche Figuren sehen zu können.

Meine Wertung: 
8
DVD: 

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Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.