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He's Just Not That Into You

Deutscher Titel: 
Er steht einfach nicht auf Dich!


Wer wie ich in den 80ern Teenager war, wird schwerlich um die Filme von John Hughes herumgekommen sein. Wie kein anderer verstand er es, die Gefühlswelt der Post-Punk- und New-Wave-Generation auf den Punkt zu bringen. Ein typisches Rollenmodell war etwa Ferris Bueller (Matthew Broderick) aus "Ferris macht blau" (Ferris Bueller's Day Off), ein Hedonist, der sich für keine Ismen interessierte, sondern einfach Spaß am Leben haben wollte. Die meisten von uns fühlten sich aber wohl eher wie sein Buddy Cameron (Alan Ruck), unsicher und ohne eine Vorstellung darüber, was die Zukunft bringen wird.
Schaut man sich heute Filme wie Breakfast Club oder Pretty in Pink (für den er das Drehbuch schrieb) an, so haben sie eine Patina, die vor allem wohl von der gewöhnungsbedürftigen 80er Jahre Mode kommt. Andererseits würde es mich nicht wundern, wenn sie auch heute noch die Gefühlswelt von Jugendlichen ansprechen.

Auf jeden Fall bieten sie Gigi (Ginnifer Goodwin) die Gelegenheit, ihre eigene Lage in der Welt der Geschlechterbeziehungen zu reflektieren. Some Kind of Wonderful (Buch: John Hughes) öffnet ihr schließlich die Augen über das Geschlechterverhältnis. Es scheint mir ganz sinnvoll, hier den Bezug auf John Hughes zu ziehen, denn der Film hat in gewisser Hinsicht viel mit seine Filmen gemeinsam. Auch hier geht es um die ewigen Fragen: Wer liebt wen? Finden die richtigen am Ende zusammen? Warum sind Männer und Frauen so, wie sie sind? Und auch hier gibt es das eine oder andere Happy End. Bloß nicht für Bradley Cooper in der Figur des Ben, der sowohl Jennifer Connelly als auch Scarlett Johansson verliert. Jeez, wenn das nicht deprimierend ist...

Obwohl der Film sich aber auf eine herausragende Schauspieler-Riege stützt, springt der Funke nicht so richtig über. Das mag zum einen daran liegen, dass im Gegensatz zu den Filmen von John Hughes, das Quentchen Realismus fehlt. Man kommt sich vor wie in einer Versuchsanordnung, bei der eine Szene auf die andere folgt, ohne dass sich die Notwendigkeit dieser Abfolge erschließt. Dabei ist das zumindest in der Figur von Mary (Drew Barrymore) angelegt: ihre Probleme, sich in der virtuellen Welt des Web und der Blackberries zurechtzufinden, sind teilweise köstlich, werden aber zu wenig ausgebaut. Vielleicht ist das auch eines der Probleme des Films: er will alles erzählen und erzählt so zu wenig, weil er nicht fokussiert ist.

Die Einblendungen von Kommentaren nicht in der Geschichte vorkommender Personen erinnert an When Harry met Sally. Auch dort geht es ja um das Geschlechterverhältnis. Mit der Referenz auf diesen Film tut sich He's Just Not That Into You allerdings auch keinen Gefallen, denn dazu hat er zu wenig gute, witzige und geistreiche Dialoge. Das verwundert, da doch Beziehungen zur TV Show Sex and the City bestehen, die in diesem Zusammenhang empfehlenswerter als der Film ist.

Alles in allem ein streckenweise unterhaltsamer Film, der vor allem wegen der bezaubernden Frauen empfehlenswert ist, ansonsten aber zu wenig Substanz hat. Für Sonntag Nachmittag, wenn man nichts anderes vorhat.

Meine Wertung: 
4
Filmtipps zum Thema: 

Immer wieder schön: Harry und Sally

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Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.