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Nanny Diaries, The

Deutscher Titel: 
Nanny Diaries


Die junge Anne Braddock (Scarlett Johansson) wäre am liebsten Anthropologin.

Nur spielt ihre Mutter da nicht mit, denn die möchte, dass Annie ihr zweites Studienfach (BWL) nutzt, um richtig Kohle zu machen. Aber so richtig über ihren Schatten springen kann Anne einfach nicht. Mehr oder weniger durch Zufall und aus Mangel an eigener Antriebs- und Willenskraft wird sie zur Nanny eines kleinen Jungen aus dem New Yorker Jet Set.
Annie sieht das Ganze als Experiment an, als Feldstudie und beschreibt ihre Beobachtungen auch entsprechend "objektiv". Die New Yorker High Society ist eine Spezies für sich. Die Väter glänzen durch Abwesenheit oder tyrannisieren die Mütter (wenn sie nicht gerade mit Geliebten rummachen oder auch mal nach der Nanny grabschen). Viel zu wenig haben wir hier leider vom herrlich widerlichen Paul Giamatti. Die Mütter, hier exemplarisch vorgeführt von Mrs. X (sehr gut gespielt von Laura Linney), lassen ihren Frust an der Nanny aus und kümmern sich ansonsten nicht um ihre Kinder, die für sie eigentlich nichts anderes sind als ein Einrichtungsgegenstand.

Der Film beginnt äußerst witzig mit der Beschreibung unterschiedlicher Kinderbetreuung in verschiedenen Kulturen. Seine anfänglich satirische Note vermögen die Autoren dann aber nicht durchzuhalten. Stattdessen gleiten sie ab in die sicheren Gewässer filmischer Storyline: Romanze mit einem Nachbarn, Konflikt mit der Mutter und die Liebe zum Kind. Wen wundert es da, dass das Ende auch happy ist? Hätte der Film in den beiden Frauenrollen nicht so gute Schauspielerinnen, wäre er kaum der Rede wert. So ist er aber jedenfalls streckenweise unterhaltsam und allemal gut für einen Sonntag Nachmittag.

Meine Wertung: 
4
DVD: 

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Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.