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Exit Through the Gift Shop

Deutscher Titel: 
Banksy - Exit Through the Gift Shop


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Please reproduce, translate, and adjust this book at will, with or without citing sources.
So heißt es in der non-Copyright Erklärung von Days of War, Nights of Love des CrimethInc. ex-Worker's Collective. Banksy und die anderen Street Artists aus dieser Mockumentary gehören diesem Club an, ob sie es nun wissen oder nicht. Die Recipes for Disaster könnten teilweise sogar aus ihrer Feder stammen. Es ist ja nicht nur die Kunst und die subversive Botschaft, die diese Menschen antreibt, sondern auch die "secret ingredience" wie Superhans sagen würde. Die Nacht-und-Nebel Aktionen, in denen Wände, Plakate und dergleichen mit sublimer oder offener Gesellschaftskritik versehen werden, fängt der Film wunderbar ein.
Nun ist Banksy allerdings mittlerweile zu einem in der Kunstwelt gefeierten Künstler geworden, dessen Werke neben denen von Picasso, Paul Klee und anderen gehandelt werden. Ist Banksy also am Ende eigentlich Thierry Guetta? Verkauft er uns etwas Revolutionäres? Oder benutzt er das revolutionäre Getue, um uns seine Produkte zu verkaufen? Vielleicht beides? Oder gar nichts von beidem?

Was passt in dieser schizophrenen Situation besser, als ein schizophrener Film? Eine Dokumentation über Street Artists, die zur Dokumentation über den Dokumentaristen wird. Eine Dokumentation über illegale Sprüh- und Klebeaktionen, die zu einer Dokumentation über das Geschäft mit vermeintlicher Kunst wird. Vom mehr oder weniger illegalen Leben im nächtlichen Underground ins Rampenlicht der Kunstszene. Das ist ein genialer Schachzug. Denn dadurch wird offenbar, was Banksy und die anderen Street Artists (Shepard Fairey, Space Invader etc.) vom etablierten Kunstbetrieb unterscheidet. Andererseits lenkt dies unsere Aufmerksamkeit auf das eigentliche Problem: uns, die Zuschauer und Konsumenten.
Wenn etwas in unserer Gesellschaft nicht zu kaufen ist, existiert es quasi nicht; andersherum fällt uns kaum etwas anderes ein, als ein Ding von Wert zu vermarkten. So ist es nur folgerichtig, wenn Banksy im Film den Fokus von sich auf Thierry Guetta lenkt, denn damit führt er uns vor Augen, dass es uns gar nicht um die Inhalte geht, sondern um den Hype, das Geld, das Prestige. Wir beschränken uns auf die passive Rolle des Konsumenten und je mehr wir bezahlen, desto wertvoller wird die Kunst und der Abglanz der auf uns fällt. Natürlich kann nicht jeder von uns jetzt nachts unterwegs sein, um die Wände und Mauern unserer Städte zu verschönern. Aktiv zu sein kann auch bedeuten, einen Blogeintrag zu schreiben oder mit Freunden zusammen ein Menü zu kochen. Und es kann auch bedeuten, die Gleichung von Mehr Geld=Mehr Kunst in Frage zu stellen.

Hat uns der Film nun etwas Revolutionäres verkauft oder nur Revolutionäres benutzt, um uns ein Produkt zu verkaufen? Letztlich liegt es an uns, welches von beiden zutrifft. Ebenso wie es an uns liegt, Kunst und Geld voneinander zu trennen. In diesem Sinne kann Banksy mit seinem Film immer nur Denkanstöße geben. Frei nach CrimethInc. könnte man hier sagen: This movie will not save art; that, my friends, is up to you.

Meine Wertung: 
8
DVD: 

??--!!

Filmtipps zum Thema: 

Diesmal Buchtipps:

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.