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Fall, The - The Fall ist ein Bilderrausch von einem Märchen

The Fall BluRay Cover

Tarsem Singh hat nach eigenem Bekunden in Indien ein Buch über amerikanische Filmschulen aufgetan und daraufhin beschlossen, Film zu studieren. Das hat in einem Bruch mit seinem Vater geendet. Aber die Filmwelt kann froh sein. Ist hier doch eine ganz seltene Kombination aus Hindi und Hollywood gelungen.

Sein Erstling, The Cell, führte den Zuschauer in den Geist eines Massenmörders. Jennifer Lopez in der Hauptrolle war zwar etwas überfordert, aber sie sah zumindest gut aus, und das ist in Singhs Filmen mindestens ebenso wichtig. Schon The Cell war ein barockes Werk mit ausgefallenen Kostümen und Schauplätzen.

The Fall Szenenbild

The Fall - Inhalt

Bei The Fall, Singhs zweitem Spielfilm, hat man das Gefühl, er sei um die ganze Welt gereist, um an den ausgefallensten Orten zu drehen. Wir sehen das Taj Mahal und viele weitere Riesenbauwerke. Einmal hatte ich sogar den Eindruck, wir seien in der Goldenen Stadt. Aber das war vielleicht doch nur ein Set.

Dabei erzählt der Film doch eigentlich nur die Geschichte der kleinen Alexandria (Catinca Untaru), ein kleines Immigranten-Mädchen, das mit ihrer Mutter und Schwester vor den Verfolgungen in ihrem Land geflohen ist. Sie hat sich den Arm gebrochen und liegt in einem Hospital in Los Angeles. Es ist 1920, die Filmindustrie beginnt gerade zu erblühen. Auch im Krankenhaus liegt der Stuntman Roy (Lee Pace). Er hat sich bei einem Stunt verletzt und muss nun untätig hier liegen, während seine Freundin sich mit einem anderen davonmacht.

Roy beginnt, der kleinen Alexandria eine Geschichte von fünf Helden und ihrem Kampf gegen einen bösen Herrscher. Ihrer beider Fantasie beginnt sich zu einem eigenen Film im Film zu entwickeln. Dabei verfolgt Roy nur das schnöde Ziel, die kleine dazu zu bringen, ihm genug Tabletten und Morphium zu besorgen, dass er sich umbringen kann. Wie die Geschichte ausgeht, sei hier nicht verraten.

Ästhetik und Schauspiel

Was The Fall hervorhebt, ist seine ausgefeilte Ästhetik. Singh hat mit diesem Film zwar erst seinen bisher zweiten vorgelegt. Das sagt allerdings nicht viel aus, denn Singh hat schon unzählige Commercials gedreht. Das sieht man seinen Filmen auch oft an. Sie haben in bestimmten Szenen eine Werbefilm-Ästhetik. Das ist jedoch kein Grund, sie abzuwerten. Einige der besten Regisseure kommen vom Werbefilm: Ridley Scott (auch sein Bruder Tony, dessen Filme ich aber nicht so mag) oder David Fincher, der diesen Film übrigens produziert hat.

Die Ästhetik wäre natürlich nichts, wenn die Story und die Schauspieler nicht stimmen. In Singhs erstem Film war Jennifer Lopez etwas fehl am Platz. Hier passt jedoch alles wunderbar zusammen. Das Spiel von Lee Pace und besonders der kleinen Catinca Untaru sind umwerfend. Dieser Film ist ein hervorragendes Beispiel dafür, warum Kinder im Kino kaum zu schlagen sind. Untaru spielt mit einer solchen Natürlichkeit, das man sich unwillkürlich fragt, wie der Herr Singh das wohl hingekriegt hat. Ganz großes Kino.

Immortals - Singhs nächster Film

Für den 11. November diesen Jahres ist Singhs nächster Film, Immortals angekündigt. Ästhetisch wird es wohl wieder ein üppiges Stück Kino werden. Ob die Story da noch mithält, wird sich zeigen. Hier auf jeden Fall der Trailer:

Meine Wertung: 
8
Filmtipps zum Thema: 

The Cell, Singhs Erstling

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.