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Deutscher Titel: 
Princesas

Ein relativ unspektakulärer Film über das Leben zweier Prostituierter, einer Einheimischen und einer Einwanderin, die sich miteinander befreunden. Weder romantisierend noch angestrengt/anstrengend sozialkritisch.
Durch das Ausblenden kritischer Szenen könnte man dem Film natürlich vorwerfen, er sei zu harmlos. Aber das trifft eigentlich nicht zu. Denn das Verschweigen macht doch immer ziemlich klar, was eigentlich verschwiegen wird. Und die Phantasie der Zuschauer sollte man auch nicht unterschätzen. So umgeht der Film auch der Gefahr, ins Voyeuristische abzugleiten. Nebenbei wird dann auch noch der alltäglich Rassismus vorgeführt, wenn die Angestammten im Friseursalon über die Hinzugewanderten labern, die ihnen vermeintlich das Geschäft kaputt machen. Und es ist natürlich auch nicht so, dass alle Tage schrecklich sind. Die Freundschaft zwischen den beiden vermag dann doch über den einen oder anderen Rückschlag hinwegzuhelfen.

Einzig problematisch für mich ist die Szene, in der sich Zulema an ihrem Peiniger rächt, indem sie noch einmal mit ihm schläft und ihn so vermutlich infiziert. Es ist natürlich nachzuvollziehen, dass sie so etwas macht. Aber die damit einhergehenden Folgen werden nicht thematisiert und das ist nicht gut. Denn angenommen, sie infiziert ihn wirklich. Dann hat wahrscheinlich nicht nur er darunter zu leiden, sondern eventuell auch seine Familie, vermutlich auch noch andere Einwanderinnen, die er genauso behandelt wie Zulema. Das ist ein wirkliches Problem, das hier verschwiegen wird.

Meine Wertung: 
7

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.