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Deutscher Titel: 
Inside Man

Ein Action-Film von Spike Lee. Eigentlich recht ungewöhnlich für diesen Regisseur. Aber er hat ja schon mit Summer of Sam und 25th Hour die Welt der Afro-Amerikaner verlassen. Das bedeutet natürlich nicht, dass er damit auch seinen kritischen Blick auf die amerikanische Gesellschaft hinter sich gelassen hat. Auch in diesem Film scheint dieser Blick immer wieder durch. Einmal z.B., als der indische Angestellte der Bank für einen Araber und vermeintlichen Terroristen gehalten wird. Solche kleinen Seitenhiebe gibt es öfter in diesem Film und sie machen z.T. das Reizvolle an ihm aus. Dann gibt es natürlich noch die Frage, wie sieht denn nun der perfekte Bankraub aus? Und der Film gibt auch darauf dann letztlich die Antwort. Ein Versteckspiel zwischen Räubern, Geiseln und Polizei, das sich erst am Ende ganz auflöst und sehr spannend ist.

Der Film ist voll von Zitaten anderer Filme. Man muss an Marathon Man und natürlich vor allem an Dog Day Afternoon denken, der auch explizit erwähnt wird. Bloß geht es hier nicht um das Drama der Geiselnahme. Die Psychologie von Geiselnehmern und Geiseln wird nur am Rande gestreift. Gab es dort keine richtig Bösen, so sind hier die "Bösen" ganz woanders zu suchen. So dass letztlich der Überfall als später, gerechtfertigter Racheakt interpretiert werden kann.

Denzel Washington spielt wieder einmal hervorragend. Auch Willem Dafoe ist bemerkenswert. Jodie Foster hat eine nur kleine Rolle, die ihr nicht zu viel abverlangt und Christopher Plummer gibt den undurchsichtigen Bankier, dem man den Verlust mehr als gönnt. So hält sich der Film dann letztlich doch an das Schema des Happy End. Dass der Cop letztlich auch noch herausfindet, wie alles gelaufen ist, ist dann doch etwas zu viel des Guten, aber wer kann Spike Lee dafür schon böse sein?

Meine Wertung: 
8

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.