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In the Bedroom

Deutscher Titel: 
In the Bedroom

Todd Field ist mir das erste Mal in Stanley Kubricks Eyes Wide Shut aufgefallen. Dort hat er die Rolle des Nick Nightingale gespielt, eine kleine, feine und erinnernswerte Rolle. Leon Vitali fungierte hier übrigens als technical consultant. In the Bedroom ist ein ungewöhnlicher Film in mehrerer Hinsicht. Einmal bricht er mehrmals die Erwartungen, die er vorher weckt, wechselt von einem Jugend/Coming-of-age Drama zu einem Melodram zu einem Krimi. Dann ist er für einen Schauspieler-Film doch sehr filmisch. Trotz der Wechsel behält er einen gleichen Ton bei, einen ruhigen Rhythmus, der angesichts des Geschehenen und Geschehenden das Schreckliche nur verstärkt. Das ist sehr intelligent gemacht. Denn es wird weder mit Action noch mit großen Dramaszenen aufgebauscht und dadurch in gewisser Weise verfremdet. Das Unaufgeregte lässt dem Zuschauer vielmehr Zeit, sich über das Geschehene und über die Figuren seine Gedanken zu machen. Und das wiederum fördert das Unbehagen, das man empfindet. Auch bei wiederholtem Sehen verliert der Film nichts von seiner ursprünglichen Kraft. Er wird fast noch besser, weil man weiß, was passieren wird und vor diesem Hintergrund noch einmal genau das Verhalten der Figuren betrachtet. Einige Szenen sind absolut wundervoll, etwa die Szene, in der der Anwalt die ganze Zeit mit seinem Schlüssel in der Tasche klimpert. Oder das Ende, wenn der Mann nach getaner Arbeit heim kommt und sich ins Bett legt, kein Wort spricht und wir sehen die Gardine im Morgenlicht im Wind flattern, entfernen uns dann Schnitt für Schnitt weiter weg von diesem idyllischen Dorf an der Ostküste. Auch die Musik, besonders die traditionals, ist sehr gut.

Meine Wertung: 
9

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.