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Deutscher Titel: 
Requiem

Hans-Christian Schmid ist vor allem wohl durch 23 bekannt geworden. Seine Filme Nach fünf im Urwald oder Crazy drehen sich aber ähnlich wie der neue Film Requiem um junge Menschen, die versuchen, ihren Weg zu gehen und sich gegen ihre Eltern zu behaupten. Bei diesem Film stellt sich am Ende die Frage, ob die junge Michaela sich nun völlig von ihren Eltern, vor allem ihrer Mutter, emanzipiert oder ob sie nicht viel mehr sich völlig verliert. Die junge Frau macht einen kompetenten Eindruck, lebt ihre Religiosität ganz natürlich und auch undogmatisch. Nur wenn es um ihre Erkrankung - Epilepsie - geht, wird sie zusehends irrational und flüchtet sich in eine religiöse Interpretation, die dann letztlich zum Exorzismus durch die Pfaffen führt. Die junge Sandra Hüller liefert eine sehr überzeugende und beeindruckende Performance. Burghart Klaußner ist wie immer gut und gibt hier den bemühten, aber letztlich hilflosen Vater, der sich nicht durchsetzen kann. Die Mutter (Imogen Kogge) ist wirklich so was von schrecklich, dass es einen schon wütend macht. Schmid ist es wirklich außerordentlich gut gelungen, die bedrückende Atmosphäre des süddeutschen ländlichen Katholizismus einzufangen. Man hat das Gefühl, schon fast wieder im Mittelalter zu sein. Andererseits ist die junge Michaela aber auch sehr emanzipiert, lässt sich nichts vormachen und versucht zumindest, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie vereinigt in sich die Moderne und den überkommenen Aberglauben. Da ist die Musikauswahl - die ersten Sachen von Deep Purple - schon sehr passend. Denn auch hier steht ja kirchlich angehauchte Musik neben überaus weltlicher Rock-Musik. Und letztlich scheitert die junge Frau daran, diese nahezu gegensätzlichen Welten miteinander in Einklang zu bringen.

Meine Wertung: 
7

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.