Skip to main content
Deutscher Titel: 
Jarhead - Willkommen im Dreck

Für Sam Mendes ein recht ungewöhnlicher Film, dem der Roman eines Veterans des ersten Golfkriegs zugrunde liegt. Der Film wirft mit einem realistischen Anspruch einen Blick auf das Militär. In dieser Hinsicht ist er am ehesten mit Full Metal Jacket zu vergleichen. Dieser Vergleich stellt sich allein deshalb schon ein, weil es im ersten Teil des Films auch um die Ausbildung geht. Wie sehr sich hier doch die Bilder gleichen! Wie in Full Metal Jacket auch geht es in erster Linie darum, was für Auswirkungen der militärische Apparat auf die Physis und Psyche der Menschen hat. Der Krieg kommt hier nur am Rande vor. Nur einmal bekommen die Jungs (genauer gesagt: zwei von ihnen) den Feind überhaupt vor ihr Gewehr. Und dass sie in diesem Fall noch nicht einmal schießen dürfen, treibt sie fast in den Wahnsinn. Die durch die Ausbildung aufs Töten heiß gemachten Jungs gehen sich dann während des ganzen Wartens schon fast selbst an die Gurgel. Letztlich müssen aber nur ein paar Kamele dran glauben. Der Film kommt durchaus selbstkritisch daher: Wenn die Jungs so richtig mitgehen beim Angriff der Helikopter auf das vietnamesische Dorf zu Wagners Ritt der Walküre (Apocalypse Now), wird einem schon etwas unbehaglich. So richtig Antikriegsfilm scheint Apocalypse Now dann doch nicht zu sein, oder? Nun, vielleicht liegt es auch eher daran, dass der Film indifferent ist, keine explizite Stellung dafür oder dagegen bezieht. Das kann man in Bezug auf Jarhead (und Full Metal Jacket) übrigens auch sagen. Im Vergleich zu Kubricks Film orientiert sich dieser jedoch noch mehr an einer Hauptfigur, die das Geschehen sieht und begleitet. Es gibt einige Szenen, die schon sehr beeindruckend sind, etwa die brennenden Ölfelder und dort die Begegnung mit dem Pferd. Insgesamt gesehen einer der besseren Filme über Krieg, Militär und Männerwelten.

Meine Wertung: 
8

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.