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Deutscher Titel: 
Wolfen

Der Film ist von Anfang der Achtziger, mutet aber aufgrund seiner Thematik eher wie ein 70er Jahre Film an. Es handelt sich im Grunde um eine Art Öko-Horror-Film nach dem Motto "Die Natur schlägt zurück". Eine Serie von vermeintlichen Mordfällen führt den New Yorker Cop Dewey (Albert Finney) auf die Spur von einer Art Wölfe, die sich in den Slums der Menschen ansiedeln und sich dort von dem vermeintlichen Wohlstandsabfällen ernähren (bedeutet: Junkies, Alte, Kranke, Arme). Da ihre Jagdgründe durch ein Bauprojekt gefährdet sind, liquidieren sie einen reichen Mann samt Frau und Leibwächter. Am Schluss steht dann seitens des Detectives die Erkenntnis, das wir friedlich mit diesen Wesen koexistieren müssen...

Hört sich ein bisschen altbacken an? Ist es auch. Gerade die vermeintliche Aktualität lässt den Film heute etwas antiquiert erscheinen. Und wenn Albert Finney als schratiger Detective dann auch noch im Monolog über die vermeintlichen Ursachen sinniert, ist es einfach ein bisschen zu viel des Guten. Schaut man sich dagegen The Shining an, der in mancher Hinsicht mit diesem Film zu vergleichen ist, fällt die Antiquiertheit noch mehr ins Auge. Beide sind in etwa zur selben Zeit entstanden, beide nutzen für die Zeit neue Techniken (die Steadycam war noch sehr neu), beide haben eine Art von Zivilisationskritik zum Thema. Nur bei The Shining wird diese in eine allgemeinere, abstraktere Form von familiärer Gewalt eingebettet und dadurch über die Tagesaktualität hinausgehoben.

Wolfen gehört aber nicht zu den schlechteren Horrofilmen. Denn wie alle guten Filme dieses Genres speist er sich aus bestimmten Urängsten. In diesem Fall sind es die Angst vor der "wilden, ungebändigten Natur", die wir nicht beherrschen können. Bestimmte Szenen gehen einfach unter die Haut, etwa die Hand einer Leiche, deren Fingernägel über die Metallfläche kratzen und dabei einen ekligen Ton erzeugen. Überhaupt ist der Ton eines der positiv hervorzuhebenden Merkmale des Films. Auf der DVD gibt es keine digital überarbeitete Fassung, was in diesem Fall gut ist, da so der Unterschied zwischen der Mensch und der Wolfen-Wahrnehmung auch auditiv bemerkbar ist. Der Einsatz der Steadycam und die farblich überarbeiteten Bilder sind ebenfalls sinnvoll eingesetzt und dienen halt nicht nur einem technischen Selbstzweck. (Auch das hat der Film mit The Shining gemein.) Der sinnvolle Einsatz der technischen Mittel und die Tatsache, dass die Story wenigstens nicht platt ist, obwohl antiquiert, sprechen für eine Wertung von 7 aus 10 Punkten.

Meine Wertung: 
7

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.