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Deutscher Titel: 
Das Urteil - Jeder ist käuflich

Das amerikanische Geschworenensystem ist ein immer wiederkehrendes Thema im amerikanischen Film. Sidney Lumet hat sich gleich in zwei Filmen damit beschäftigt, seinem Debutfilm 12 Angry Men und The Verdict. In Lumets Filmen ist das System der 12 Geschworenen ein Symbol für die Demokratie.

Gary Fleders auf John Grishams Roman basierender Film sieht die Sache etwas skeptischer. Hier hat sich ein ganzer Berufszweig darauf spezialisiert, die Geschworenen so auszuwählen und gegebenenfalls so unter Druck zu setzen, dass sie genau das Urteil fällen, das erwünscht ist. Und das klappt in der Regel auch.

Allerdings hat Fitch (Gene Hackman) diesmal nicht mit Nicholas Easter (John Cusack) und Marlee (Rachel Weisz) gerechnet. Fitch hat einen entscheidenden Fehler: er ist sich seiner Sache ganz sicher. Menschen sind für ihn deterministische Maschinen, die mit entsprechender Anstrengung entschlüsselt und gelenkt werden können. Der Film bestreitet dies letztendlich gar nicht, das muss er auch nicht. Es reicht zu zeigen, dass auch die ausgeklügeltesten Geräte und Manöver nicht hinreichen, um ein Ergebnis zu garantieren. Sobald einer der vermeintlich Manipulierten darüber Bescheid weiß, funktioniert es nicht mehr. Erinnert mich an ein Argument gegen den Determinismus.

Easter hat sich in die Jury gemogelt, um so Fitch in der Hand zu haben und Geld erpressen zu können. Dass es ihm letztlich gar nicht um das Geld geht, wird relativ schnell klar. Trotzdem ist der Thriller sehr spannend. Es ist bis kurz vorm Ende nicht klar, ob Easter es nun schafft, die Geschworenen dahin zu bringen, wo er sie haben will. Und auch wenn das Ende dann äußerst amerikanisch-kitschig ist, bietet der Film gute Unterhaltung, die vor allem durch die guten Schauspieler gesichert ist, aber auch durch Fleders professionelle Inszenierung. Der Film ist ein solider Genrefilm, geht aber nicht darüber hinaus.

Meine Wertung: 
6

Filmography links and data courtesy of The Internet Movie Database.